Der Open Mike

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Posted by carolincallies Category: Lesereise

Ein Flugticket gewonnen zu haben, irgendeine Tür geöffnet zu haben, eingetreten zu sein. So fühlte sich das an vor sechs Jahren, als ich die Einladung zum Open Mike erhalten hatte. Damals – die Nachricht war als simple Email im Postfach eingetrudelt – ging niemand meiner Freunde ans Telefon, niemand war zu Hause und ich tanzte ein wenig albern allein durch den Wohnungsflur. Es was klar: Das ist der Wettbewerb, auf den alle Verlage und Journalisten schauen; an deren Ahnenreihe von namhaften und tollen Autoren man nicht vorbei kam – von so unterschiedlichen Stimmen wie Markus Orths über Tereza Mora bis hin zu Konstantin Ames.

Und sechs Jahre später sitzt man da auf der Bühne im Heimathafen in Neukölln. Und spricht über den eigenen Debütband, erzählt anderen, die noch kein Buch veröffentlicht haben, davon, wie man an einen Verlag kommt, wie das Lektorat aussieht, wie ein Cover gestaltet wird. Das kann einem Erlebnisaufsatz gleichen und folgte doch bei keinem der drei Debütanten auf der Bühne – Juan Guse, Sandra Gugic und mir – einem Plan. Dass Literaturagenten Lyrik vertreten, papperlapapp. Der Bart des Verlegers glänzt im Scheinwerferlicht – samt seiner Suppentheorie. Ich biege ab. Ich könnte ein Gedicht schreiben. Na, dann lese ich zumindest ein. Ich trage ein Kleid mit Eulen. Die Nacht ist seltsam geworden. Da ist eine Tür. Da ist eine Email. Da ist ein Flur.

Mehr dazu im OpenMikeBlog – auch mit schönerem Foto.

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